Einladung zum Vortrag mit Dr. Alessandro Bellardita

 

Wir freuen uns sehr, im Rahmen unserer Bundestagung (10. und 11. Januar 2026) alle Interessierten herzlich zum Vortrag von Mafiaexperte Dr. Alessandro Bellardita zum Thema „True Crime Mafia – wie die italienische Mafia Deutschlands Schattenwelt beherrscht“ am 10.01.26 einzuladen zu dürfen.👏

Euch erwarten spannende Einblicke in mafiöse Strukturen in Deutschland – ein Themenfeld, das in der öffentlichen Wahrnehmung oft verborgen bleibt. Umso mehr freuen wir uns, dass wir Alessandro Bellardita in diesem Zusammenhang als Speaker für den Samstagabend unserer Bundestagung gewinnen konnten.😍

Alessandro Bellardita wurde in Sizilien geboren und wuchs in Karlsruhe auf. Nach seinem Jurastudium in Mannheim und Heidelberg promovierte er in Mannheim und war dort wissenschaftlicher Assistent. Nach einer Tätigkeit als Anwalt wechselte er in den Staatsdienst nach Heidelberg und arbeitete u. a. ab 2015 als Staatsanwalt in der Abteilung zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität, bevor er 2017 Ermittlungsrichter in Karlsruhe wurde.
Parallel dazu begann er als Journalist für italienische Zeitungen über deutsche Politik zu schreiben und verfasst bis heute die „Rubrica legale“ für den Corriere d’Italia. Seine Beiträge zur Organisierten Kriminalität erscheinen regelmäßig in deutschen Fachzeitschriften.
Seine Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a.:

👉La fine delle mafie – a lezione da Giovanni Falcone (2024)
👉I vostri diritti in Germania (2022)

 

Er wirkte zudem am ARD/SWR-Podcast Mafialand mit und hält regelmäßig Vorträge zur Mafia in Deutschland. Sein zweiter Krimi „Die sizilianische Akte“ erschien 2024 im AKRES-Verlag.

Derzeit ist Alessandro Bellardita Strafrichter in Karlsruhe und Lehrbeauftragter für Europa- und Staatsrecht an der Hochschule Schwetzingen. Zudem ist er Kurator der „Lernwerkstatt Demokratie“ im DDR-Museum Pforzheim, PEN-Mitglied und Speaker bei mafianeindanke.

🍷Nach dem Vortrag laden wir euch zu einem gemeinsamen Aperitivo und Austausch ein – eine fantastische Gelegenheit, mehr über unsere Vereinsarbeit zu erfahren und ins Gespräch zu kommen.🇮🇹

 

Wir können es kaum abwarten, viele von euch an der Universität Mannheim begrüßen zu dürfen!

Werde Teil der nächsten Ausgabe! Artikelaufruf Onde 65

Viva la Repubblica!

Am 2. Juni 1946 wählte Italien die Republik – und damit den Aufbruch in eine neue Ära. Nach Krieg, Faschismus und der Zerstörung war das Referendum weit mehr als nur eine politische Entscheidung: Es war ein Bekenntnis zu Verantwortung, Freiheit und Zukunft. Achtzig Jahre später feiert man somit nicht nur ein Jubiläum, sondern es stellt sich erneut die Frage, was die Repubblica heute ausmacht. Die Republik ist nämlich nicht nur ein Staatsmodell, sondern eine Haltung und lebt von aktiver Bürgerschaft, vom Vertrauen in Institutionen und vom Glauben daran, dass Politik mehr sein kann als ein Mittel der Machtausübung.

Doch diese Haltung wurde in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder auf die Probe gestellt: durch Instabilität, soziale Ungleichheit, Korruptionsskandale und den wachsenden Einfluss populistischer Bewegungen. Zugleich zeigen junge Initiativen, zivilgesellschaftliche Projekte und neue Formen des Engagements, wie die republikanische Idee lebendig bleiben kann. Heute steht die italienische Republik somit zwischen Tradition und Transformation. 

Das Heft soll deshalb nicht nur zurück auf ihre Anfänge blicken, sondern auch Richtung Zukunft, auf die Fragen, die das Land heute bewegen: Wie ist das Verhältnis zwischen Staat und Bürgerschaft? Welche neuen Formen von Solidarität und politischer Teilhabe beschäftigen die Menschen? Und was hält Italien als Republik im 21. Jahrhundert zusammen?

 

 

Artikelideen:

 

Vom Königreich zur Republik: Am 2. Juni 1946 entschieden die Italiener:innen in einem historischen Referendum über ihre Zukunft – eine Entscheidung, deren Folgen bis heute spürbar sind, von der politischen Identität Italiens in Europa über Migration, Jugendbeteiligung und die Rolle der Religion bis hin zu Kunst, Kultur und Erinnerungspolitik.

 

Politik:

  • Europa, Identität, Souveränität: Was ist Italiens Platz im europäischen Projekt? Welche Spannungen bestehen zwischen Integration und Euroskepsis und was ist die politische Rolle von Meloni im aktuellen europäischen Kontext?
  • Die Regierung der Fratelli: Ein Überblick über die Regierung Meloni, ihre Amtszeit im Vergleich zu anderen Regierungen Italiens seit Gründung der Republik sowie die politischen Faktoren, die ihre Stabilität erklären. Wie sind die Perspektiven für die kommenden Jahre? Welche Dynamiken lassen sich zwischen Meloni und Mattarella feststellen?
  • Die Republik der Vielfalt?: Wie prägen Migration, Integration und neue kulturelle Identitäten Italien als Einwanderungsgesellschaft und welche sozialen und politischen Herausforderungen entstehen daraus? Was bedeuten diese Faktoren für das Selbstverständnis der Repubblica?
    • Neben dem Einsatz der Küstenwache, um in internationalen Gewässern Boote mit Migranten auf dem Weg nach Italien abzufangen, hat die Regierung Meloni in den letzten Jahren einen neuen Plan entwickelt, um die Migrationswellen einzudämmen. Dabei handelt es sich um Lager im Nicht-EU-Staat Albanien, die als vorläufige Aufnahmezentren dienen sollen, während über Asylanträge entschieden wird. Der Plan scheint – auch angesichts des deutlichen Vetos des Europäischen Gerichtshofs – bereits gescheitert zu sein, wirft jedoch erneut Fragen darüber auf, wie die derzeitige Regierung mit dem heiklen Thema Migration umgeht.
  • Cittadinanza – die Kunst, dazuzugehören: Ein Portrait von Menschen, die um ihre italienische Staatsbürgerschaft kämpfen oder sie neu definieren, z.B. Geflüchtete, Italo-Afrikaner:innen und in Italien geborene Kinder von Migrant:innen, mit Einordnung aktueller Debatten und Referenden. Hierzu auch interessant: Wie beeinflusst die Gesetzgebung zur Staatsbürgerschaft den Integrationsprozess?
  • Die Nostalgie von Mussolini: Ein Blick auf die faschistische Nostalgie in Italien heute, inklusive Treffen, Rituale und saluto romano, sowie die ambivalente Haltung aktueller Politiker:innen gegenüber faschistischen Ideologien. Inwiefern kann überhaupt von einer Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit geredet werden und was muss geändert werden, um das Bewusstsein dafür zu steigern (auch hinsichtlich der italienischen Kolonialvergangenheit)?
    • Das Land im Museum Wie Italien seine Geschichte inszeniert: Eine Reportage über Museen, Gedenkstätten und Ausstellungen, die die Geschichte der Republik erzählen – und wie Erinnerungspolitik funktioniert bzw. inszeniert wird (kritisch).
  • Glaube, Staat, Gesellschaft: Ein Einblick in die wechselvolle Beziehung zwischen Katholizismus und Republik von De Gasperi bis Franziskus und wie religiöse Einflüsse Politik, Gesellschaft und öffentliche Debatten in Italien bis heute prägen.
  • Republik auf dem Prüfstand – Krisenjahre: Wie die Republik in entscheidenden Krisenjahren – 1968, anni di piombo, Tangentopoli und Corona – auf die Probe gestellt wurde, das Vertrauen erschüttert und gleichzeitig neu begründet wurde.
  • L’era Berlusconi – Die Republik als Bühne: Betrachtung der drei Jahrzehnte, in denen Berlusconi das politische Klima Italiens prägte, und wie Fernsehen, Fußball, Werbung und Politik zu seiner Ästhetik der Macht verschmolzen.
  • Politik und die Jugendlichen: Wie nähern sich junge Menschen heute der Politik? Wo wird Politik gemacht? Welche Rolle spielen dabei die sozialen Medien? Und wie verhalten sich aktivistische Bewegungen gegenüber dem allgemeinen Desinteresse und Misstrauen – insbesondere seitens eines Teils der Jugend – in politische Institutionen und Autoritäten?
  • Das Italien der Zukunft: Wie könnte eine ideale italienische Republik in Zukunft ausschauen? Mit welchen Themen sollte sich die Regierung auseinandersetzen? Was wünschen sich die Leute in Italien und werden jene Wünsche auch im öffentlichen Kontext thematisiert?
  • Die Republik auf Dorfplätzen und in Stadtzentren: Ein Bericht darüber, wie kleinere Gemeinden und große Städte den 2. Juni (Festa della Repubblica) feiern – Blaskapellen, Schulaufführungen, öffentliche Reden. Eine Nahaufnahme republikanischer Symbolik im Alltag der Menschen in Städten und Dörfern.
  • Democrazia dei campanili: Besteht ein Spannungsverhältnis zwischen Zentralstaat und den Regionen, z.B. wo endet Rom, wo beginnt die lokale Republik? Welche Herausforderungen ergeben sich in der Bürokratie, Politik und der Partizipation der Bürger? 
  • Italien und seine Inseln: Das gesellschaftliche Leben auf der Insel gestaltet sich oft etwas anders als im Landesinneren, dabei entstand vor allem in Bezug auf die Flüchtlingskrise (z.B. in Lampedusa) der Eindruck, dass die Inselbewohner*innen mit ihren Problemen alleingelassen werden.

 

Kunst, Kultur und Gesellschaft:

  • Architektur der Demokratie: Wie Nachkriegsarchitektur und Städtebau das republikanische Selbstverständnis widerspiegeln – mit Beispielen aus Rom, Mailand und Turin. Spuren faschistischer Architektur in Rom.
  • Cinecittà e la Repubblica Das Kino als Spiegel der Nation: Vom Neorealismus bis Sorrentino – wie der Film die Entwicklung der Republik begleitet hat.
  • Die Republik auf TikTok Politik, Pop und Parolen: Wie Italiens Demokratie in den sozialen Medien um Deutung kämpft – zwischen Humor, Aktivismus und Manipulation. Wie präsentieren sich Politiker sich und ihre Politik auf TikTok, X und co?
  • Politischer Aktivismus: Weltweit ist die Gen Z auf die Straße gegangen und hat eine erstaunliche Fähigkeit zur Mobilisierung gezeigt. Der moralische und bürgerschaftliche Impuls ist insbesondere den sozialen Netzwerken zu verdanken, die weltweit eine gewisse Solidarisierung zu verbreiten vermögen. Italien hat sich dabei abgesetzt: So haben zum Beispiel die „Pro-Pal“-Demonstrationen das ganze Land bewegt und somit eine lange Zeit schläfrige Empathie wiedererweckt. Nicht nur junge Menschen, sondern auch ganze Städte, Gemeinden, Regionen und Universitäten haben klare Stellung genommen und finanzielle Unterstützung an die israelische Regierung abgebrochen.
  • Die Republik als Graffiti  Street Art und politische Wandbilder: Kleine republikanische Manifestationen im öffentlichen Raum in italienischen Großstädten: Wie äußern Bürger:innen Kritik an der Regierung durch Kunst
  • Die Republik und der Bildungssektor: Wie Italiens Kinder und Jugend über und von der Demokratie lernen.

 

Wir freuen uns sehr auf eure Ideen! Schreibt uns einfach eine E-Mail an redaktion@onde.de, dann können wir weiter planen. Bitte beachtet, dass wir nur nach Absprache deutsche Texte annehmen können. Bei Fragen könnt ihr euch jederzeit an uns wenden. Redaktionsschluss ist der 15.12.2025.

 

Herzliche Grüße

Die Redaktion

Lust, einen Artikel zu schreiben? Werde Teil der onde 64!

Die Liebe

In dieser Ausgabe wenden wir uns einem Thema zu, das das Leben in Italien in all seinen Facetten durchdringt: der Liebe. Im Belpaese ist die Liebe mehr als nur ein Gefühl – sie ist ein kulturelles Grundmotiv, das sich tief in Literatur, Kunst und Alltag verankert hat. Sie zeigt sich in zahllosen Formen, facettenreich und vielgestaltig, und erzählt ebenso viele Geschichten. Von Dichtungen über filmische Ikonen bis hin zu heutigen Beziehungsmustern: Wir wollen den Facetten der italienischen Liebe nachspüren, Traditionen vergleichen, Rollenbilder hinterfragen und den Wandel beleuchten. Diese Ausgabe lädt ein zum Nachdenken, zum Lachen – und zum Austausch. Wir suchen Beiträge, die diese vielseitigen Aspekte der Liebe in Italien aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten, hinterfragen und kontextualisieren. Ihr könnt euch dabei von den verschiedenen Themenfeldern inspirieren lassen und eigene Erfahrungen, Analysen oder Beobachtungen zu diesem vielschichtigen Thema einbringen. Wir freuen uns auf eure Artikel!

Einsendeschluss für fertige Artikel ist der 31.08.2025. Meldet euch bitte vorab mit euren Themenvorschlägen via E-Mail an redaktion@onde.de.

Unsere Themenideen:

Hochzeitsrituale in Italien: Was ist besonders an italienischen Hochzeiten  – und wie haben sich Traditionen im Lauf der Zeit verändert? Wir freuen uns auch auf eure Eindrücke, Erinnerungen und Geschichten.

Familie: Liebe zeigt sich in vielen Formen, eine der tiefsten bleibt die zur Familie. Häufig begegnen uns Klischees: Im Süden Italiens dominieren traditionelle Familienmodelle, der Norden sei moderner und gleichberechtigter. Doch wie viel Wahrheit steckt in solchen Vorstellungen?

  • „Mamma“ und „nonnasind prägende Figuren – emotional, sozial, kulturell. Wie werden sie in Literatur, Film und Popkultur dargestellt, hinterfragt oder neu interpretiert? Und hat sich ihre gesellschaftliche Rolle gewandelt?
  • Bamboccionibezeichnet junge Erwachsene in Italien, die länger bei ihren Eltern leben – oft aufgrund hoher Lebenshaltungskosten und unsicherer Jobperspektiven. Doch was bedeutet es für die eigene Selbstständigkeit – persönlich wie gesellschaftlich? Und wie gehen die Betroffenen mit den damit verbundenen Erwartungen und Vorurteilen um?
  • Liebe zwischen den Kulturen: Binationale Paare stehen vor besonderen Herausforderungen, die oft über sprachliche und kulturelle Unterschiede hinausgehen. Wie gehen sie damit um? Kinder binationaler Beziehungen wachsen wiederum im Spannungsfeld von kultureller Zugehörigkeit und Vielfalt auf. Wie finden sie ihren Platz in der Welt und wie nimmt die Gesellschaft ihre kulturelle Doppelprägung wahr? Wie können Plattformen wie bilingualfamily.eu sie dabei unterstützen? Hier bieten sich beispielsweise Interviews an.

Tradition und Religion: Wie prägt der christliche Glaube (noch) Ehe, Liebe und Familie in Italien? Wie gehen Paare mit ganz unterschiedlichen Überzeugungen um – vom gläubigen Katholiken bis zum überzeugten Atheisten? Welche Rolle spielen konservative Rollenbilder, Familienhierarchien und religiöse Werte – und wie hat sich das Bild von Liebe gewandelt?

Femizide, Machtstrukturen und Beziehungsgewalt: Der Mord an Giulia Cecchettin hat Italiens Umgang mit einem bekannten Problem geprägt. Warum wird Liebe zur Gewalt – und welche Versuche gibt es dieses System zu durchbrechen? 

Romantik in der Werbung: Italienische Werbung, etwa für Ferrero, Fiat oder Mode, setzt oft auf eine romantisierte Lebensdarstellung. Doch warum spielen Emotionen und ästhetische Ideale eine so große Rolle? Und wie spiegeln sich diese Inszenierungen in der Markenidentität im Vergleich zur Realität wider?

Amore al Cinema: Italienische Liebesfilme – von Klassikern über RomComs bis zu modernen Netflix-Produktionen – haben ihren eigenen Stil. Was macht sie so besonders?

Liebe und Astrologie: Die Serie „Guida astrologica per cuori infranti“ hat Astrologie und Liebe in Italien neu belebt. Warum suchen immer mehr Menschen in den Sternen Trost für ihre Beziehungen? Und warum erfreut sich Astrologie in Italien nicht nur in Liebesfragen so großer Beliebtheit?

Die Stadt der Liebe: Verona, Rom, Venedig – alle gelten als „Stadt der Liebe“. Doch wie kamen sie zu diesem Titel? Ein Artikel könnte die Hintergründe beleuchten – und prüfen, ob sie diesen Ruf auch wirklich verdient haben.

Der Valentinstag: Was ist eigentlich die Geschichte von San Valentino, wie hat sich dieser Tag über die Jahrhunderte entwickelt und wie sehen Italiens heutige Valentinstags-Traditionen aus?

Wir freuen uns sehr auf eure Ideen! Schreibt uns einfach eine E-Mail, dann können wir weiter planen. Bitte beachtet, dass wir nur nach Absprache deutsche Texte annehmen können. Bei Fragen könnt ihr euch jederzeit an uns wenden. Redaktionsschluss ist der 31.08.2025 

Herzliche Grüße

Die Redaktion

*Mit der Einsendung von Texten, Fotos oder anderen Inhalten erteilt ihr Onde e.V. das Recht, diese sowohl in der Printausgabe als auch auf der Webseite (www.onde.de) des onde-Kulturmagazins zeitlich und räumlich unbegrenzt zu veröffentlichen. Die Redaktion behält sich die Entscheidung über das geeignete Medium (Print und/oder Online) vor. Falls ihr dies nicht wollt, bitten wir euch, von einer Einsendung abzusehen. In jedem Fall solltet ihr uns nur Inhalte schicken, deren Urheber ihr seid bzw. dessen Urheber ausdrücklich eine Veröffentlichung durch Onde e.V. wünscht – dies gilt vor allem auch für Fotos. Gerne könnt ihr uns unter redaktion@onde.de kontaktieren, wenn ihr hierzu Fragen habt. Wir streben zudem eine gendersensible Sprache in unserem Magazin an und laden euch dazu ein, diese bereits in euren Artikeln zu verwenden.

Artikel-Aufruf: werde Teil der nächsten Onde-Ausgabe!

Die Onde 62 geht nun bald in den Druck und das heißt für uns: ab an die nächste Ausgabe! Und für euch: ran an die Tasten und vielleicht ist euer Artikel in der nächsten Ausgabe unserer Onde mit dabei.

Im Jahr 2025 steht Italien gesellschaftlich vor vielerlei Herausforderungen. Das offenbart unser Heftthema für die kommende Ausgabe – Città e Campagna! Es geht dabei nicht nur um einen klassischen Stadt-Land Vergleich. Vielmehr geht es darum, wie Italien von Metropolen wie Mailand oder Rom bis zu kleinen Dörfern oder ländlichen Gegenden aufgestellt ist. Was sind die Themen, die die Leute alltäglich beschäftigen? Welche Projekte gibt es, um die Lebensqualität innerhalb von Städten oder Dörfern zu erhöhen und was sind die größten Probleme, die den Einwohner*innen schaden? Wie wird auf den Klimawandel und seine Auswirkungen reagiert? Wie gut sind Städte sowie ländliche Gegenden in Sachen Infrastruktur und Versorgung aufgestellt?

Ihr könnt euren Artikel auf Deutsch oder Italienisch verfassen. Einsendeschluss für fertige Artikel ist der 14.04.2025. Meldet euch bitte vorab mit euren Themenvorschlägen via E-Mail an redaktion@onde.de. Wir freuen uns auf eure Ideen!

Vorstellung des onde e.V. in Stuttgart

Auf Einladung des Istituto Italiano di Cultura in Stuttgart haben unsere Geschäftsführerin Marie Maschmann und Vorsitzende Felicitas Becker am 21. Februar 2025 dort unsere Mission, unsere Aktivitäten und unser onde-Magazin vorgestellt. Aber nicht nur wir kamen zu Wort – auch die Teilnehmenden hatten Gelegenheit ihre Fragen an uns loszuwerden. Zum Schluss stellten alle gemeinsam bei unserem Italien-Quiz ihr Wissen über den Stiefel unter Beweis. Unser herzlicher Dank gilt dem Italienischen Kulturinstitut Stuttgart und seinem Leiter, Giuseppe Restuccia, für den herzlichen Empfang sowie insbesondere Flavio Venturelli und Jacopo Mancabelli für die Unterstützung bei der Vorbereitung!

Keine Veranstaltungen mehr möglich: Wie organisiert sich ein Verein wie Onde digital?

Anita, Hann, Onde beruht auf Zusammenhalt, auf vielen Freundschaften, darauf, sich regelmäßig zu sehen. Viele von uns haben sich seit Dezember 2019 nicht mehr persönlich getroffen. Wie kann ein Verein unter diesen Voraussetzungen funktionieren?

Hann Holze: Dadurch, dass wir alle schon gut miteinander befreundet sind, ist es auch in Ordnung, wenn wir das eine Zeit lang auf andere Art und Weise lösen. Es ist ja nicht so, dass wir keinen Kontakt gehabt hätten. Wir haben uns nicht Mensch zu Mensch gesehen. Wobei auch das nicht auf alle Mitglieder*innen zutrifft: Gerade hier in Passau, wo unsere größte Ortsgruppe sitzt, habe ich durchaus viele Ondianer*innen getroffen. Und ich weiß auch, dass sich Mitglieder*innen beispielsweise in München zwischenzeitlich privat gesehen haben. Darüber hinaus haben wir viel online zusammengearbeitet – und bei unseren Events viel Zeit zusammen verbracht, in der eben nicht nur gearbeitet wurde. Ich glaube, so kann eine bestehende Freundschaft auch einfach weiter bestehen.

Anita Schnierle: Ich glaube, es ist auch ein großer Vorteil, dass wir mit der Technologie so weit sind, dass wir viel mithilfe des Internets vernetzt sein können, dass wir uns über Tools wie Discord oder Jitsi bei Veranstaltungen auch sehen können. Vor zehn Jahren wäre das, glaube ich, schwieriger gewesen, auch wenn wir von Onde damals das Internet bereits zum regelmäßigen Austausch genutzt haben.

Du sprichst es an: Tatsächlich arbeitet Onde schon lange mit Webtechnologien. Seit Sommer 2010 schalten wir uns digital zu regelmäßigen Updates zusammen. Ist das für uns in der Corona-Pandemie ein Vorteil?

Anita: Definitiv. Ich kenne es nur so, dass wir uns alle zwei Wochen – früher alle vier Wochen – digital hören. Vereine, deren Zusammenarbeit stark auf wöchentlichen oder monatlichen Treffen vor Ort beruht, tun sich in der aktuellen Situation wohl schwerer. Wir sind auch dank der Arbeit unserer Vorgänger*innen mit ganz anderen Voraussetzungen in das Jahr 2020 gegangen.

Hann: Im Prinzip haben wir am Anfang weitergemacht wie gehabt. Wir haben natürlich auf unsere Veranstaltungen geblickt und überlegt, ob wir sie verschieben oder ausfallen lassen. An und für sich ist bei Onde aber alles gefühlt so weiter gelaufen wie gehabt. Das Einzige, was sich sehr stark geändert hat, ist die Arbeit der Hochschulgruppe in Passau. Als starkes Rückgrat dient sie dazu, dass neue Leute uns und Onde kennenlernen. Das ist gewissermaßen weggefallen, was aber auch damit zusammenhängt, dass speziell das Sommersemester für viele Studierende in Passau so ganz anders verlief.

In 2020 haben nun bereits drei von vier Hauptveranstaltungen unseres Vereins rein digital stattgefunden. Jene Events also, bei denen sich alle immer auf ein Wiedersehen freuen. Was macht das rein Digitale mit einem Verein wie Onde? Wie habt ihr das rückblickend erlebt?

Hann: Dadurch, dass wir viel digitales Arbeiten gewohnt sind, hat das mit uns direkt nichts gemacht. Alle waren eben ein bisschen traurig und fanden es schade, dass wir uns nicht persönlich wiedersehen und die Abende miteinander verbringen können. Uns ist auch noch einmal klar geworden, was das Schöne an unserem Verein ist: Bei unseren Treffen geht es nicht nur allein um den Inhalt, sondern auch um das soziale Miteinander. Das haben wir bei den Online-Veranstaltungen zwar ein bisschen hingekriegt, aber bei weitem nicht so gut wie vor Ort. Daher haben wir uns auch für unsere nächste Veranstaltung vorgenommen, genau über dieses Thema zu sprechen: Wie können wir das soziale Miteinander digital abbilden, sodass wir uns damit ähnlich wohlfühlen wie bei einer Veranstaltung vor Ort?

Anita: Ich glaube, was beim Miteinander vor allem fehlt, ist eine Einbindung von Neumitglieder*innen. Wenn Leute persönlich zu Veranstaltungen kamen, war direkt eine persönliche Beziehung da, die vielleicht eher dazu geführt hat, dass man wieder kommt. Wobei wir insbesondere bei den vergangenen beiden Veranstaltungen Leute dabei hatten, die inzwischen aktiv bei uns dabei sind oder noch aktiver werden wollen.

Wenn ihr zurückdenkt ans Frühjahr, an unser erstes Redaktionswochenende, das wir rein digital abgehalten haben: Wie waren eure Erwartungen vor der ersten Digital-Veranstaltung und wie gut hat es letztlich funktioniert?

Anita: Wir hatten großen Respekt davor und ein bisschen Bedenken, wie es mit der Mitarbeit, mit dem Austausch funktioniert. Wenn viele Menschen dabei sind, muss man schauen, dass nicht immer nur dieselben sprechen, dass man sich ein bisschen abwechselt. Wir waren uns am Anfang etwas unsicher, wie gut das funktioniert. Aber im Nachhinein waren wir zufrieden: Die Teilnehmer*innen haben gut mitgemacht. Wir haben geschaut, dass wir ein paar neue Sachen mit einbinden, neue Tools etwa. Das kam gut an.

Hann: Das denke ich auch. Ich hatte vorher Bedenken, da wir so etwas noch nicht gemacht hatten: Wie gehen wir so etwas an? Wie muss man eine solche Verstaltung moderieren? Im Nachgang war ich, insbesondere beim Redaktionswochenende, überrascht, wie viel Arbeit wir weggeschafft haben. Das lag auch ein bisschen daran, dass die Vorbereitung gut lief, dass wir viele Artikel hatten, mit denen wir arbeiten konnten. Vielleicht lag es aber auch ein wenig daran, dass sich alle auf die Arbeit konzentriert haben, weil der soziale Teil ein wenig weggefallen ist. Das ist natürlich einerseits schade, für den Arbeitsaspekt aber top. (lacht) Ich klinge schon wie ein Manager. (lacht)

Wie wird Onde künftig, wenn die Corona-Zeit irgendwann einmal vorbei ist, mit Digital-Events umgehen?

Hann: Wir haben überlegt, dass wir gerne ein bisschen was an digitalen Events dazu nehmen würden, um mehr Leuten die Chance zu geben teilzunehmen. Es ist einfacher teilzunehmen, wenn man dafür nicht sechs Stunden nach Passau oder nach Bonn fahren und sich das komplette Wochenende freihalten muss. Es ist einfacher, sich zuhause sechs Stunden vor den PC zu setzen und dabei zu sein – auch wenn es nicht ganz so viel Spaß macht wie wenn alle in einem Raum sind. Und wenn ich keine sechs Stunden habe, dann bin ich vielleicht nur drei Stunden dabei. Diese Möglichkeit sollten wir uns auch künftig offenhalten beziehungsweise die Idee mitnehmen, dass wir zusätzlich zu unseren festen Präsenzveranstaltungen vielleicht ein paar Online-Veranstaltungen machen. Wir haben auch viel über Hybrid-Veranstaltungen nachgedacht – ein Teil online, ein Teil vor Ort -, sind da aber noch zu keinem vernünftigen Konzept gekommen.

Also würdet ihr, auch wenn uns Corona die Digital-Veranstaltungen gewissermaßen aufgezwungen hat, sagen, dass wir aus diesen dennoch neue Erkenntnisse mitnehmen konnten?

Anita: Ja. Wir haben bereits bei unserem Strategiewochenende im Sommer im Team darüber geredet, ob wir uns noch zusätzliche Online-Veranstaltungen vorstellen können. Die Resonanz war positiv. Gerne auch nur mal einen Tag statt der üblichen zwei, sodass mehr Ondianer*innen über die volle Dauer teilnehmen können und wir uns zumindest online sehen, wenn die nächste größere Veranstaltung wieder etwas weiter entfernt ist.

Nun steht am ersten Dezember-Wochenende eine weitere digitale Veranstaltung an. Was ist das für eine Veranstaltung und worum geht es?

Hann: Das ist unsere Bundestagung, unsere jährliche Mitgliederversammlung. Sie besteht gewissermaßen aus zwei Teilen: zum einen aus Workshops, zum anderen aus vereinsinternen Prozessen wie unseren Wahlen. Wegen der Ausnahmeregelung dürfen wir diese dieses Jahr zum Glück digital abhalten. Dieses Mal möchten wir uns im ersten Teil mit der Frage auseinandersetzen, wie wir das Onde-Gefühl digital vermitteln können. Was müssen wir noch mehr tun, damit wir nicht nur mehr Output haben bei Online-Veranstaltungen, sondern damit auch alle richtig fröhlich herausgehen wie wir das von Präsenzveranstaltungen kennen? Dass die Teilnehmer*innen denken: „Das war super, wir sind ein toller Verein, da erzähle ich in den nächsten zehn Jahren noch von“?

Letzte Frage: Wie sehr freut ihr euch auf einer Skala von 1 bis 10 auf die nächste Veranstaltung, bei der wir uns wieder persönlich sehen können?

Anita: 10. (lacht)

Hann: 10. Welch Frage.

 

Hann Holze und Anita Schnierle sind seit Dezember 2019 Vorsitzender beziehungsweise Geschäftsführerin von Onde. Die Fragen stellte Niklas Molter. Weitere Informationen zu uns und unseren Mitglieder*innen findet ihr hier.